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Der Verlag

Es ist ein ganz kleiner, und es war nicht ganz freiwillig. Den Verlag habe ich nur deshalb entstehen lassen, weil sich dieser Weg als der kostengünstigste herausgestellt hatte, um mein erstes Buch drucken zu lassen. Bis jetzt ist er ein Ein-Mann-Betrieb.

Darauf warten, daß ich „entdeckt“ werde, wollte ich nicht mehr. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste.
Dauernd an etablierte Verlage Manuskripte schicken und auf die Antwort: „Ja, schön, aber der Markt ist voll ...“ zu warten, ist langweilig. Oft kommt auch die Antwort: „Wunderbar, herrlich, aber wir brauchen eine Kostenbeteiligung des Autors, wenn ...“, – dann war es der falsche Verlag.
Also in die Anthologien? Es ehrt mich zwar dabei zu sein, in diesen Sammelsurienbüchern verschiedener Autoren. Aber ich werde den Verdacht nicht los, daß immer die aufgenommen werden, die auch die Bücher in Haufen kaufen.
Literarische Wettbewerbe, das wär’s doch, oder? Einsenden in 6-facher oder 10-facher Ausfertigung, natürlich verschlüsselt mit Lebenslauf und eventuell Veröffentlichungsnachweis. Aber dann: „Wir danken für Ihre Teilnahme. Leider hat die Juri ...“, – wenn überhaupt eine Antwort kommt. Es ist hoffnungslos unter den eingesendeten Massen aufzufallen, erst recht, wenn man nicht im Gegenwartstrend liegt, und um einen solchen bemühe ich mich allerdings überhaupt nicht. Für die Porto-, Papier-, Kopier- und Gebührenkosten der Teilnahmen an Ausschreibungen und Wettbewerben in den letzten Jahren hätte ich schon ein halbes Buch drucken lassen können. Was nützt es da, ab und zu anerkennende Schreiben oder Einladungen zu Veranstaltungen und Messen zu erhalten?
Dann gibt es noch die öffentlichen Lesungen bei Wettbewerben von Kulturträgern oder in Buchhandlungen. Aber was mache ich mit meinem Lampenfieber, das mir die Worte im Halse stecken bleiben läßt?
Der Literaturbetrieb mit seinen Moderichtungen liegt mir nicht und gefällt mir nicht. Also lasse ich es.

Es blieb mir nichts anderes übrig, als alles für ein Buch, bis auf’s Drucken, selbst zu machen, wenn es auch keinen guten Leumund hat unter sogenannten Fachleuten, wenn Autor und Verlag den gleichen Namen haben. Also habe ich mich in dem Jahr, in dem das Modewort „Ich-AG“ fast zum Unwort des Jahres gewählt wurde, selbständig gemacht. Gibt es eigentlich auch eine „Rentner-Ich-AG“? Ich habe aber nicht die Absicht an die Börse zu gehen.

Der Verlag besteht seit August 2003.
Das erste Buch erschien am 1. Dezember 2003.
Seine erste Auflage wurde in einem Jahr verkauft.
Ich habe die Absicht verlegerisch weiterzumachen, solange meine finanziellen Füße tragen.
Wichtiger aber ist mir, die Möglichkeit zu haben, aufschreiben zu können, was mich bewegt.

Wer nun (trotzdem) etwas ausführlicher meine Meinung zur Buchherstellung lesen will, kann es anschließend tun:


Verlagsleistungen:

Natürlich möchte und kann ich gern auch für andere Verfasser und Autoren tätig werden, denn ich weiß ja nun, wie es geht. Von der Texterfassung über die Buchgestaltung und -ausstattung, Drucklegung und Werbung bis zum Verkauf ist alles verhandelbar. Preisgünstiger wird es allerdings immer dann, wenn bereits ein auf einem PC erfaßtes Manuskript vorliegt und/oder der Autor bereit ist bei Werbung und Vertrieb selbst mitzuarbeiten. Ich bin immer um die kostengünstigste Lösung bei bestmöglicher Qualität bemüht, und Sorgfalt geht mir vor Schnelligkeit.
Die Einzelheiten müßten individuell ausgehandelt werden.
Machen Sie bitte Ihre Vorschläge.
Über Ihr Interesse würde ich mich freuen, und ich beantworte Ihre Fragen gern unter Kontakten oder über die unter Impressum angegebene Adresse.


Als Buchautor habe ich nichts dagegen meine Manuskripte anderen Verlagen mit einem vernünftigen Vertrag zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen. Allerdings kann ich mir eine Kostenbeteiligung nur in dem Maße erlauben, in dem mein eigener Verlag Überschüsse erwirtschaftet hat. Und das kommt selten vor. In angemessenem Umkreis um meinen Wohnsitz nördlich von Wiesbaden bin ich auch zu Buchvorstellungen und Lesungen bereit. Die sogenannten deutsche Rechtschreibreformen ab 1999 werden von mir als Autor n i c h t verwendet. Meine Bücher betrachte ich als Gesamt (-kunst) werke aus Texten, Gedichten, Bildern und der Buchgestaltung. Die Buchseiten werden aus Gründen des Umweltschutzes von mir platzsparend gestaltet.


Kleines Bekenntnis
Verse geschmiedet habe ich schon immer. Meist im Verborgenen und dann wieder verworfen. Zeichnen und Malen war das Vergnügen meiner Jugend. Aber jedes Talent rostet, wenn man sich später keine Zeit mehr zum Üben nimmt. Als Kind soll ich ein absolutes Gehör gehabt haben. Aber ich hatte keine Lust zum Klavierüben und Notenlernen. So bleibt mir heute im Alter nur ein Ausweg, um mein Bedürfnis nach kreativer und gestaltender Tätigkeit zu befriedigen: Schreiben, Dichten, Fotografieren und so etwas festhalten, was für Andere vielleicht auch ein Gewinn sein könnte. Da ich ein Gedächtnis habe, welches die unangenehmen Erlebnisse möglichst bald wieder vergessen will, war es notwendig, wegen der vielen unangenehmen Ereignisse in der Vergangenheit meiner Familie, damit zu beginnen, erst einmal die Geschichte dieser Familie dem Vergessen zu entreißen. So entstand das erste Buch, damit ich mich selbst erinnern konnte. Und ich war überrascht, daß sich damit auch die Erinnerung anderer auffrischen ließ. So spann ich meine Gedanken weiter über die Menschen und Natur, Land und Volk, Erlebnisse, Geschichte, Heimat und mich selbst, von Buch zu Buch. In meine Bücherecke fliehe ich vor dem Alltäglichen.


Ich könnte ein Lied singen,
von der Schwierigkeit seine Gedanken zu verbreiten.

Das Sprichwort sagt: Eigenlob stinkt. Doch dieser lobenswerte Wertmaßstab wird heutzutage auf den Kopf gestellt. Wer sich nicht bis zum ekelerregenden Überdruß, bis zur aufdringlichsten Penetranz und möglichst öffentlich überall selbst lauthals anpreist, hat in dieser vielgelobten Markt–schreierischen– Wirtschaft keine Chance gehört, gesehen und ge- bzw. verkauft zu werden. Dieses oberflächliche Verhalten gilt besonders für die, die Kultur-„Erzeugnisse“ gewinnbringend unter die Leute bringen wollen. Deshalb hat es Qualität so schwer, – und dazu gehören auch die Eigenschaften Zurückhaltung und Bescheidenheit, – sich gegen das dominierende, gewinnträchtigere Mittel- oder Untermaß zu behaupten.
Kultur und Wissen eines Volkes, ebenso die eines einzelnen Mitmenschen überstehen in seinen Büchern die Zeit bis sie mal gelesen und hoffentlich auch verstanden werden. Wenn ihre Ideen dann auch noch begriffen wurden und umgesetzt werden sollen, waren sie vielleicht revolutionäre Zeitbomben oder evolutionäre, geistige Genpuls. Das setzt aber voraus, daß sie auch für jedermann verfügbar sind. Aber nur der, der es sich finanziell leisten kann, „in“ ist oder bedenkenlos vorzugehen bereit ist, kann sein Geistesprodukt öffentlich machen oder in Buchform verewigen. Dadurch geschieht eine ungerechtfertigte, qualitätsunterdrückende Auslese. Die „Armen Poeten“, die schüchternen Lyriker oder die Eigenbrödler in den Elfenbeintürmen haben keine Chancen. Wer weiß, wieviele kreative Ideen unserem Volke so verlorengehen?
Wenn allen widrigen Umständen zum Trotz jemand seinen kulturellen Optimismus bewahrt hat und versucht diesem so Ausdruck zu verleihen, daß er ein Buch schreiben und herstellen will, der gerät ganz schnell in nicht nur finanzielle Bedrängnis. Heutzutage ist hierzulande leider das Beherrschen von Tricks und Beziehungen haben alles geworden. Nehmen wir aber an, dieser Mensch hat keine, ist nicht prominent, hat keine Lobby oder Mäzene oder „Beziehungen“ und kein angehäuftes Vermögen, sondern gehört zu den Vielen, die für normalen Lohn immer ar-beiten müssen, um leben zu können. Setzen wir weiter voraus, er hätte einen Text, Bild oder anderes geschaffen, das originell, wissensschwer oder geistreich genug ist, um für viele lesens- oder sehenswert zu sein, und er hat die Überzeugung, daß es gut sei, seine Ergüsse in Buchform allgemein zugänglich zu machen. Dieses „allgemein“ faßt er dann auch noch in einem gewissen sozialen Sinne auf, so daß er nicht nur ein qualitativ gutes, sondern auch ein erschwingliches, preiswertes Buch verbreiten möchte. Wenn er also kein skrupelloser Mensch ist, wird er bald merken, daß sich seine idealen, gemeinnützigen Wunschvorstellungen mit der hier beherrschenden Marktwirtschaft nicht vertragen.
Er wird sich wahrscheinlich zuerst unerfahren, wie er ist, vertrauensvoll mit seinem Manuskript an einen am Markt etablierten Verlag wenden. Dieser wird das Manuskript prüfen und angenommen, er findet es für seine Zwecke verwendbar, so beginnen damit schon Hindernisse. In der Verlagsantwort steht dann zwar geschrieben, daß das Manuskript sehr gut ist und es richtig und wünschenswert sei, dieses Buch herauszubringen aber es ginge nur mit entsprechender finanzieller Selbstbeteiligung des Autors, denn er sei ja nicht bekannt und/oder noch unerfahren und deshalb das Verkaufsrisiko und die Investition zu groß und überhaupt sei „der Markt“ gerade für diese Form sowieso gesättigt. Das hört sich nach „Zuckerbrot und Peitsche“ an, um ihn gefügig zu machen.
Natürlich ist der Markt übersättigt und das auf unabsehbare Zeit, weil er ständig mit unwichtigem Kitsch und Schund überflutet wird. Ramsch, der nur den Zweck hat Profit zu bringen. Geistiges „fast-food“ (minderwertiges Essen) für zu verdummende Lesekonsumenten.
Läßt sich ein Autor auf Kostenbeteiligung ein, finanziert er damit dem Verlag schon mal die reinen Herstellungskosten der 1. Auflage für sein Werk. Mit dieser Risikoentlastung bleibt es im Ermessen des Verlages, ob er dieses Buch auch ausreichend bewerben und verbreiten wird. Das richtet sich aber nicht nach dem Inhalt und der Qualität des Buches, sondern nur nach den zu erwartenden Absatzmöglichkeiten. Auf Gewinn aus dem Verkauf kann der Autor mit seiner höchstens zehnprozentigen Beteiligung an den Herstellungskosten pro Buch sowieso nicht rechnen, denn wenn der Eindruck entsteht (und das ist die Regel), daß es am Markt „nicht geht“, wird nach kurzer Zeit der „Rest“ der Auflage eingestampft und der Autor ist sein Buch und alle Veröffentlichungsrechte für alle Zeiten an den Verlag auf nimmer wiedersehen losgeworden. Aber welcher Autor will für Verlagsarchive produzieren, selbst wenn er sich tausende Euros für Kostenbeteiligung leisten könnte? Die Rechte kann ein Verlag dann nach Belieben verkaufen oder an „Nachfolger“ übertragen. Bei einer dann eventuell erfolgreichen Neuauflage hat der Autor keinerlei Honoraransprüche mehr.
(Das schreibt hier ausgerechnet einer, der selbst einen Verlag gegründet hat! Aber ich würde einen Autor nicht so behandeln.)
Nach dieser ersten Erfahrung wendet sich ein Autor mit Grausen der zweiten Möglichkeit zu. Das sind sogenannte BOD -Books on Demand- Dienstleistungs-Verlage. Das heißt etwa: Druck erst auf Bestellung. Mit moderner Digitaltechnologie können Bucheinzeldrucke jederzeit, so wie die Auftragseingänge sind, hergestellt werden. Diese Verlage bereiten Manuskripte auf Wunsch druckfertig auf und stellen das fertige Buch dem Handel im Verzeichnis der lieferbaren Bücher (VlB) und den Großhandessortimentern zur Verfügung. Für ihre Leistungen verlangen sie entsprechenden Lohn. Die Aufnahme in Großistenlisten verteuert den Ladenpreis eines Buches erheblich (ca. 40%). Diese Verlage drucken ungeprüft alles für jeden und fragen nicht nach Absatzmöglichkeiten. Warum wohl? Jeder kann so seine Eitelkeit befriedigen und sein eigenes Buch gedruckt sehen, wenn er zahlt. Für einfache Standard-Paperback = Taschenbuchausführungen mag diese Methode noch Vorteile, auch preisliche, haben. Sobald man aber ein in festen Einband gebundenes, richtiges Buch haben möchte, schwindet jeder Preisvorteil. Zudem kann man auch bei diesen Verlagen nicht auf Werbekampagnen hoffen, es sei denn, man zahlt kräftig dafür. Der Absatz bleibt also Eigeninitiative, auch wenn das Buch im verlagseigenen Internet-Buchladen angeboten wird. Selbst wenn man solchen Verlagen eine perfekte, druckfertige Buchdatei auf CD liefert, die man am eigenen PC erstellt hat, wirkt sich das kaum ermäßigend auf den Ladenpreis des Buches oder erhöhend auf das Honorar des Autors aus. So fragt man sich als Autor: Warum soll ich bei denen Drucken lassen, wenn ich doch alles selber machen muß, um ein wenig zu sparen, aber das Buch am Ende trotzdem so teuer wird, wie bei „normalen“ Verlagen, so, daß es kaum einer kauft.
Was bleibt einem also, wenn man nicht nur für die Schublade schreiben will, denn das erscheint auf Dauer unbefriedigend, es sei denn, man hofft auf den Nachruhm der Wiederentdeckung durch lachende Erben.
Es gibt noch einen dritten Weg. Der ist steinig. Er heißt: Alles selber machen. Ohne PC geht das heutzutage leider nicht mehr. Man braucht einen mit Schreib- und Graphikprogramm, CD-Brenner, Drucker, Scanner und Internetzugang. Auf ihm wird das Manuskript buchdruckfertig erstellt und danach auf CD gebrannt. Dann suche man nach der preisgünstigsten Druckerei ggf. mit Buchbinderei, die man finden kann (,im angrenzenden Ausland, wie Slowenien, Slowakei usw., soll es wesentlich günstiger sein,) und lasse es in möglichst geringer Erstauflage herstellen. Um sein Buch dann wieder verkaufen zu dürfen, braucht man eine Berechtigung dafür. Das heißt, Gewerbe anmelden und als Bezeichnung „Buchverlag“ eintragen. Sowas benennt man heute mit diesem modischen Unwort „Ich-AG“. Ich nenne es, was es ist, ein Selbst- oder Eigenverlag, auch, wenn diese Bezeichnung beim Buchhandel keinen guten Ruf hat. Bald danach wird sich das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft und die Industrie- und Handelskammer melden. Alle wollen wissen, ob man Gewinn zu erwarten hätte. Das kann man ruhigen Gewissens verneinen.
Vor dem Druck eines Buche gibt es noch weitere Verlagsarbeiten zu erledigen: Der Verlag braucht eine E-mail-Adresse und später eine Homepage im Internet. Dann geht es um Titelreservierung und Titelschutzanzeige fürs neue Buch im Börsenblatt, ISBN-Nummern für Verlag und Bücher besorgen, denn damit kommt man in das Verzeichnis der lieferbaren Bücher, zu dem die Buchhandlungen Zugang haben. EPS-Strichcode-Datei zur Verschlüsselung der ISBN-Nr. Meldung des Titels beim Verzeichnis lieferbarer Bücher (VlB) mit Internetzugangsberechtigung, usw. Das kostet natürlich alles was, aber in Summa nicht mehr als über Fremdverlage. Nach dem Druck, also Erscheinen des Buches erhalten die Deutsche Bibliothek und die jeweilige Landesbibliothek kostenlose sog. „Pflicht“-Exemplare. Damit ist man dann beim archivierten Schatz der deutschen Dichter und Denker verewigt.
Inzwischen hat man je nach Art und Umfang des Buches min. 1000 bis einige tausend Euros für Bürokram und Buchdruck blechen müssen. Somit steht man vor der dringenden Frage: Wie kann ich die Bücher verkaufen, damit ich etwas von meinem Geld wiederbekomme? Zunächst sind da aber einige, die es umsonst erhalten müssen oder sollen bzw. schon darauf warten. Also z.B. all diejenigen, die an der Entstehung des Buches irgendwie mitgewirkt haben oder im Buch erwähnt werden. Dann die lieben Verwandten, denen man sich verpflichtet fühlt es zu Weihnachten zu schenken. Dann die Freunde und Bekannten, bei denen man mit seinem Werk angeben will. Schließlich alle, die bereit sind den Verkauf des Buches zu fördern, indem sie z.B. Rezensionen (Buchbesprechungen) verfassen oder Artikel darüber veröffentlichen. Und dann ist es auch noch üblich, jedem (Buchhändler), der min. 10 Bücher kauft, eines zu schenken. Das alles muß bei der Festlegung des Ladenpreises berücksichtigt werden.
Damit wären wir bei den Verkaufsmethoden. Es geht leider nichts ohne Werbung. Reklame muß sein. (Mir wäre eine sachliche Informationsverbreitung lieber.) Machen Sie sich ein bebildertes Faltblatt mit Buch- und Autorenbeschreibung, Visitenkarten und einen Standartrezensionstext sowie eine Anzeige auf CD für die Presse und nehmen Sie ein Muster-Vorzeigebuch. Damit gehen Sie hausieren bei der Tagespresse, in Buchhandlungen, Zeitschriftenverlagen und zu allen, die Ihnen sonst noch einfallen. (Mir liegt das gar nicht.) Natürlich müssen alle Buchhandlungen, Bibliotheken, Verlage und Zeitungen vorher mit einer Info-Post angeschrieben werden, in der man für das Buch in einem Anschreiben möglichst geistreich und treffend wirbt. (Was ’ne Arbeit!) Wenn man zum Beispiel von Buchhandlungen zu Lesungen eingeladen werden sollte, kann man es sich leider nicht leisten aus Lampenfieber oder Unfähigkeit abzulehnen, denn die Presse ist vielleicht da und wird was in der Zeitung schreiben. In den Buchhandlungen wird man bei den Verkaufsgesprächsversuchen oft gefragt: „Wann erscheint was in der Presse“ und „Hatten Sie Lesungen?“ Wenn Sie dann anfangen zu stottern, sind Sie verloren. Aber Sie können schon froh sein, wenn es überhaupt zu Fragen kommt. Wenn Sie mit einem Lyrikbuch ankommen, können Sie gleich wieder gehen, es sei denn, Sie heißen Gernhardt, und wenn Sie ein Buch mit regionalem Bezug haben, brauchen Sie sich außerhalb dieser Landschaft gar nicht erst sehen lassen. Sach- und Fachbücher haben natürlich sowieso nur ihre speziellen Abnehmer.
Offenbar habe ich bei der Benennung meines ersten Buches in meiner Unerfahrenheit genau diese entscheidenden Fehler gemacht. Ich habe nämlich im Untertitel auf dem Einband einen Bezug zu einer Region angedeutet und mir damit den flächendeckenden Verkauf selbst verbaut. Der Titel lautet: „Auf sandigem Boden“, „Berichte einer altmärkischen Familie“ Nun ist das Buch aber absichtlich ganz allgemein gehalten und bebildert und der geographische Bezug eigentlich mehr Handlungshintergrund und Herkunftsgegend. Aber es geht mir langsam auf den Wecker, dieses jedem Buchhändler und potentiellen Käufer erklären zu müssen. Noch ein zweites Mißverständnis steckt in dem Untertitel. „Berichte einer ... Familie“ heißt nicht, daß es Memoiren sind. Es ist zwar auch ein zeitgeschichtliches Dokument aus den letzten hundert Jahren von verschiedenen Leuten aus eben dieser einen Familie, aber nicht nur, sondern enthält noch viele andere Geschichten. So komme ich aus dem Erklären und Korrigieren bei den Verkaufsgesprächen nicht mehr heraus und trotzdem hilft es kaum was.
Was meinen Sie denn, weshalb ich diesen Aufsatz hier schreibe? Es ist der verzweifelte Versuch, die Sache klarzustellen und Käufer zu finden. Wie gesagt, es geht nicht ohne Werbung, weil ich eben auch vom Geld abhängig bin, auch wenn es mir im Innersten widerstrebt mich auf den Markt zu stellen.
Ich hoffe, Sie missen, was ich weine, –äh–, wissen, was ich meine, wenn Sie mich bitte recht verstehen wollen? Und deshalb bin ich so frei, nochmals an dieser Stelle auf dieses wirklich gelungene und besonders als Geschenk geeignete, – interessante, – allgemeinverständliche, – liebevoll bebilderte und gestaltete – und mit geistreichen Versen versehene, – usw. usw. – Buch in aller Bescheidenheit hinzuweisen!

Nachsatz: Da es mir erfreulicherweise gelungen ist, die erste Auflage zu verkaufen, kann ich hier freudig eine zweite, erweiterte und verbesserte ankündigen. Das Druckmanuskript ist fertig. Und ich bin fix und fertig, weil ich inzwischen zu wenig Geld habe, um es selbst herauszubringen. Das heißt, ich muß einen Verlag suchen für mein schönes neues Buch. Uff, jetzt reicht’s aber.
Muß das, was man gezwungen ist aus Kostengründen selbst herzustellen und zu vermarkten, qualitativ weniger wert sein, oder sich schlechter verkaufen lassen als das, was etablierte Großverlage anzubieten haben? Geben Sie dem Ungewöhnlichen eine Chance.

PS.: Die Fortsetzungen des oben genannten Buches sind fertig geworden. Titel: Meine Heimat, die Altmark und In den Wind geschlagen